Schwer mehrfach behinderte Kinder fallen durchs Raster

Christiane

Member
Genau - kein schlechtes Gewissen

Lieber Gehard,
ich möchte mich auch Bettinas Worten anschließen - Kein schlechtes Gewissen!!!
Aber mich macht es als Sonderpädagogin echt sauer wenn ich die Schulgeschichten hier - und besonders Ronjas -lese. :motz1: Das darf es einfach nicht geben. Eine besondere Schule hat immer und in jedem Alter auf die Individualität des Kindes einzugehen und alle Möglichkeiten auszuloten - dafür werden Wir Sonderschullehrer bezahlt. :Oberlehr: Die Reaktion des Schulamtes ist auch :motz1: Du hast keinen Dienstweg einzuhalten - du bist nicht im Schuldienst!!!!!

Dennoch ist deine Einstellung richtig: schau nach vorne, suche eine gute Unterbringung für Ronja und leg dich da ins Zeug - eure Kräfte müsst ihr auch sinnvoll einteilen. Und Förderung bei unseren Mädchen ist nie zu spät - den einzigen Fehler, den wir als Eltern machen können, ist unser "Mädchen" als liebenswerten Menschen aus dem Blickwinkel zu verlieren - dazulernen müssen alle Menschen, mit oder ohne Rett, und unsere :engel_29: eben auf eine besondere Art und Weise.

:blume76: Liebe Grüße :146:

Christiane
 

Gisela L.

Active Member
Hallo Gila, hallo Gerhard,

das ist ja noch krasser, als in Lindas Schule. Aber wie Judith hier schon geschrieben hat... Seht, wie Ronja und ihr das laufende Schuljahr übersteht. Ich habe für mich beschlossen, mit den jetzigen Lehrern nur die nötigen organisatorischen Dinge zu klären, möglichst ohne große Emotionen. Bei den Auseinandersetzungen mit denen ging es mir auf die Dauer echt schlecht. Linda hat ihre Art damit umzugehen und leidet nicht wirklich. Sie hat auch ihre Möglichkeiten gefunden, sich zu wehren.
Wir schauen jetzt nach vorn. Das neue Schuljahr beginnt dann in einer anderen Schule, wo man sich auf Linda schon freut.

und: es ist ein Privileg, unsere :engel_29: umsorgen zu dürfen und keine Gnade, die man uns und unseren Engeln gewährt... :daum3

:blume76: Gisela :blume76:
 

mikelpahl

Interessierter Benutzer
GWahnfried schrieb:
Ein Gespräch mit dem Schulleiter gestaltete sich dergestalt, dass er uns auf den Kopf zu sagte, dass für ihn unterstützte Kommunikation "eine Modeerscheinung" ist, die er nur in so weit mitmacht, wie er dazu von seiner Dienstbehörde verpflichtet ist.

Deine Aussage hat mir keine Ruhe gelassen. Im Interesse aller anderen Kinder wäre es sinnvoll wenn der Schulleiter diese Anweisung vom Schulträger bekommt oder der Schulleiter ausgetauscht wird. Da es von Isaac jetzt auch ein schönes Heft zu UK mit Rett gibt bietet sich ein Versuch auf Politischer Ebene bzw über das Oberschulamt an.

Wenn die Schule von der Stadt getragen wird würde ich mal die Fraktionsgeschäftsführung der stärkten Fraktion im Gemeinderat anrufen und den Fall schildern. Hier bei uns würde bei CDU und SPD das nicht durchs Raster fallen und man sich drum kümmern. Oft machen die Insider auch Vorschlage über ander Vorgehensweisen.
Ich denke ihr erlebt da eine positiver Erfahrung

Auch der Dienstvorgesetzte sollte über solch ein Verhalten informiert werden. Nur dann kann sich was ändern.

Ich arbeite immer nach dem Motto meinen Ärger bei anderen Personen abzuladen.
 

GWahnfried

Interessierter Benutzer
moin moin,

ja, wie man so sagt: ..........vieles löst sich evtl durch abwarten.

Ronja ist ja nun zur Zeit im Praktikum (siehe oben). Dabei ergaben sich Gespräche mit dem Klassenlehrer und dem Betreuungspersonal der TAFÖS. Alle haben uns geraten, da es zur Zeit noch Plätze in der TAFÖS gibt, Ronja zum Schuljahresende aus der Schule zu nehmen und ab August in die TAFÖS zu geben.

Die Vorgespräche laufen und wir werden das so machen.

Gisela L. schrieb:
es ist ein Privileg, unsere umsorgen zu dürfen und keine Gnade, die man uns und unseren Engeln gewährt...
Das werden die in der Schule nun schon merken, denn:

mikelpahl schrieb:
Auch der Dienstvorgesetzte sollte über solch ein Verhalten informiert werden. Nur dann kann sich was ändern.

Nun, wo die Wege für Ronja geebnet scheinen, wächst in mir die Lust, mit :gitara: diese Einrichtung zu verlassen und für nachfolgende nichtsprechende Kinder den Weg für einen besseren Start zu ebnen. :super: :super:

Wenn Ronja endlich raus ist, werden mich einige Personen :love25: :love25: , weil es endlich soweit ist.

Viele Grüsse aus NMS :whistling: :whistling: :whistling:
 

Judith

Erfahrener Benutzer
Lieber Gerhard,

das sind ja gute Nachrichten und vor allem schöne Zukunftsaussichten für Euch alle. Ich drück Euch ganz feste die Daumen, dass sich Ronja in der TAFÖS wohlfühlt und endlich das bekommt, was sie für sich braucht und will.

Dass Du die Schule mit Tamtam verlassen willst, verstehe ich gut. Allerdings ist fraglich, was Du damit bewirkst. Meinst Du, da ändert sich dann wirklich grundsätzlich etwas, wenn Ihr nicht mehr Teil des Ganzen seid, es euch also sozusagen *nichts mehr angeht*? Aus meiner Erfahrung der Vergangenheit wird das nämlich gerne so gesehen und wenn ich mir in Erinnerung rufe, mit welchen Äusserungen ihr zu kämpfen hattet, wage ich zu bezweifeln, dass da plötzlich Raum für Einsichtigkeit sein könnte. Versteh mich bitte nicht falsch: Ich finds grundsätzlich gut und wichtig, die Lebensbedingungen für unsere und auch andere Kinder zu verbessern und dafür zu kämpfen. Allerdings gibts hierfür auch Behörden, die sich darum kümmern dürfen und müssen, wichtig ist, dass sie davon erfahren und dann entsprechend handeln.
 

GWahnfried

Interessierter Benutzer
Judith schrieb:
Allerdings gibts hierfür auch Behörden, die sich darum kümmern dürfen und müssen, wichtig ist, dass sie davon erfahren und dann entsprechend handeln.

Hallo Judith,

danke für Deine Anmerkungen. Du hast recht mit dem, was Du sagst, aber die Behörden zu informieren ist, glaube ich, schon :gitara: genug. Und genau das werde ich nun tun.

Gruß aus NMS
 

Sascha AFS

Registrierter Benutzer
Schade,

das es solche Kollegen von mir gibt die dies so Kommentieren und Ablehnen. Das ist leider die oftmalige Realität.
Trotzdem bin ich der Meinung das jeder Schüler und jede Schülerin den gleichen Anspruch auf Betreuung,Pädagogig und Therapie haben muss.
Unabhängig von Alter,Behinderung und Konstitution.
 
G

Gast

Guest
GWahnfried schrieb:
Dabei ergaben sich Gespräche mit dem Klassenlehrer und dem Betreuungspersonal der TAFÖS. Alle haben uns geraten, da es zur Zeit noch Plätze in der TAFÖS gibt, Ronja zum Schuljahresende aus der Schule zu nehmen und ab August in die TAFÖS zu geben.
Hallo Gerhard,
ist Ronja inzwischen in der TAFÖS?
 

GWahnfried

Interessierter Benutzer
Ronja´s letztes Schuljahr

moin moin,

danke für deine erinnerung inge.

nein, ronja ist nach vielen gesprächen und einigem einlenken der schule und nach rücksprache mit der lebenshilfe als TAFÖS-träger jetzt doch noch ein jahr in der schule und wird im jahr 2006 (mit dann 18-jahren) in die TAFÖS kommen.

die schule hat von uns einladungen für das therapeutenseminar erhalten. - mal sehen , was passiert.

gruss aus nms :blume76: :blume76:
 
G

Gast

Guest
Hallo zusammen,

dieses alte Thema hier ist leider(!) immer wieder aktuell, deshalb will ich es mal wieder 'aufwärmen'.

Bei Annika war es so, dass sie (bis auf ein Jahr in der Schule) immer mit viel Freude in gemischten Gruppen war. Sie wurde auch nie von Unternehmungen ausgeschlossen (außer - mit meinem Einverständnis - vom Besuch der Kirche, weil sie die Musik nicht mochte...).
Deshalb trifft es mich jetzt sehr hart, dass Annika beim Auszug aus dem Elternhaus in ein Pflegeheim ziehen müsste, in dem ausschließlich Menschen mit schwer(st)en Behinderungen (die nicht 'werkstattfähig' sind) untergebracht werden. Über dieses Thema habe ich ja schon sehr viel im Brennpunkt geschrieben.

Wie sind bei Euch die Möglichkeiten zum Kontakt und zur Integration mit anderen Kindern und Erwachsenen und - man muss es wirklich schreiben - mit anderen ('leichter') behinderten Menschen?
Ändert sich das, wenn unsere :engel_29: älter werden - beim Übergang vom Kiga oder von der SVE zur Schule - danach zur Förderstätte und dann beim Wohnen (wie wir hier das zZ erfahren müssen)?
Gibt es bei Euch eigene Gruppen und Einrichtungen für so genannte Schwer(st)behinderte?
 

Talker-Hilfe

Registrierter Benutzer
Ich kenne es auch Immer wieder gibt es Situationen, die einen zur Verzweiflung bringen können. Ich habe sehr viel erlebt.Wie schlecht manche mit uns Behinderte um gehen An meiste haben
schwächere hie mehr Hilfe bedarf brauchen. die werden oft gern abgeschoben in die ecke. und tut mit den tut die nichts!!!
sehr schwer, mit den kümmert sich fast keiner Darf nicht sein. Ich habe mal so beitreibt geschrieben hier das.


Hallo an alle zusammen
Die momentanen Situation kann so nicht weiter gehen finde ich!

Ich kenne sehr viele die hochgradig beeinträchtigt Menschen, wie zum Beispiel einen den ich seit ein halbes Jahr kenne und in Talker unterrichte.

Er versteht viel, die Situationen die er in seinem Alltag erlebt versteht er schnell.
Er weiß wie sein Tagesablauf aussieht.

Seine kommunikativen Fähigkeiten nehmen in den paar Monaten seit wir beide zusammen üben langsam zu, er entwickelt ein individuelles Wort Verständnis.

Wir beide Arbeiten gerade daran komplexeren Wortschatz aufzubauen.

Die größte Schwierigkeit liegt darin das er eine mehrfach Behinderung hat. Das heißt das er im Rollstuhl sitzt uns seine Arme und Beine nicht richtig bewegen kann.

Dafür ist er sehr fit im Kopf. Seine Möglichkeiten etwas selbständig zu unternehmen sind auf Grund seiner Behinderung sehr gering.
Deshalb versuche ich zu erforschen ob es eine Möglichkeit da was zu machen ist?
Damit meine Tallker-Leute aber auch andere Menschen mit Handicap die auch eine hochgradig beeinträchtigt haben eine Möglichkeit bekommen sich zu integrieren in der Werkstatt auch was zu tun.

Selbständig eine Maschine bedienen. Aber wie?

Menschen mit motorischem Handicap

Sie können nicht selbständig eine Gerät festhalten, meist ist es extrem schwer oder es gelingt gar nicht!

Ich suche Möglichkeiten , wie jeder Teilnehmer mit Handicap trotz seiner motorischen Einschränkungen selbständig was bedienen kann wie z.B Bohrer damit die die Produkten lauft. Ich suche eine Art Fernbedienung oder Schalter wo man das dann ansteuern kann.

Inzwischen gibt es ja Spielsachen, die mithilfe eines Batterieunterbrechers ganz einfach zu adaptieren sind, sodass sie dann mit einem Taster aus- u. eingeschaltet werden können!

Wird nun der Taster gedrückt, so kann der Strom fließen und das Tierchen macht, was es soll - grunzen, laufen, Schwanz-wackeln ... was auch immer - wird der Taster nicht mehr gedrückt - macht auch das Tierchen nichts mehr - es fließt ja kein Strom mehr!
Frag gibt es so was auch als Arbeitsgeräte damit schwerst mehrfach behinderte, die ihre Arme und Beine nicht richtig bewegen können auch eine Möglichkeit haben sich in Arbeitsbereich zu integrieren. Solche Menschen werden sehr oft abgeschoben.

Wie in den Förderbereiche da werden die Menschen mit Behinderung auch nicht wirklich weiter geholfen.
Die Beschäftigte im Förderbereich vertreiben sich so Ihre Zeit mit herum sitzen.Weil die für diese Leute nichts zu tun haben.!!!Die leiter sagen immer.Wir haben auch noch andere Beschäftigte um die wir uns kümmern müssen.Ist bei jeder Werkstatt so. Und das darf nicht sein!
Es gibt Werkstätte mit Vielzahl von Produkteinbereichen wo Menschen mit Behinderungen da arbeiten könnten aber die wissen nicht wie man diese Menschen in diese Produktionstätigkeit einbeziehen kann.

Aber für uns Menschen mit Behinderungen, bieten diese teilweise einfachen und schlichte Arbeitsweise sich wiederholenden Arbeiten einen Rahmen, der Sicherheit und Verlässlichkeit gibt.

Neben der Freude das man sehen kann, dass was geschafft wurde ist, bietet die Arbeit die Möglichkeit, Konzentration und Ausdauer zu trainieren. Und vor allem bietet durch die Arbeit Kontakte zu knöpfen mit anderen. Bestätigung und eine sinnvolle Struktur des Tages und der Woche haben.

Und für Leute mit einer sehr starke motorischem Einschränkung fehlt diese Erfahrung.

Und in diese letzten Jahre hat sich ja in der Technik vieles verändert, da muss doch auch mal was dabei sein damit man auch so Technik bedienen kann. z.B wie Schweißgerät oder Bohrer , Schrauben einpacken kann. Auch wenn man die Hände nicht bewegen kann. Ich finde man muss Änderungen schaffen damit die auch eine Chance haben .
Kennt jemand eine Einrichtung die so was schon Anbietet oder sich spezialisiert hat auf Menschen mit Behinderung für die Arbeit an der Produktion mit spezielle Hilfsmittel ?



Arbeite vielleicht einer schon damit praktisch oder theoretisch oder beschäftigt sich damit
oder ist einer Kreatif und Forscht schon danach? der oder die kann sich gern bei mehr melden
Würde mich auf ein Feedback von euch freuen
In vorraus Vielen Dank und freundliche Grüße

: http://www.talker-hilfe.de/
in vorraus vielen dank
 

MarianneS

Registrierter Benutzer
In der Schule hat Tobi es auch sehr schwer. Die Lehrer lassen ihn nicht mitmachen, die Schüler grenzen ihn aus Mitleid aus. Mittlerweile bekommt er Privatunterricht :(
 
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